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LDAC-Kopfhörer

Aktualisiert: Oktober 2026Lesezeit: 7 Minuten

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LDAC-Kopfhörer übertragen über Bluetooth deutlich mehr Daten als mit AAC oder SBC, vorausgesetzt, dein Android-Smartphone unterstützt den Codec. Am iPhone funktioniert LDAC nicht. Unsere Empfehlungen: der Sony WH-1000XM6 als Over-Ear, die Sony WF-1000XM6 als In-Ear und der Soundcore Space One als günstiger Einstieg in LDAC mit Noise Cancelling.

Was LDAC ist und wie es funktioniert

LDAC ist ein Bluetooth-Codec, den Sony entwickelt hat. Ein Codec ist das Verfahren, mit dem Musik vor der Funkübertragung komprimiert und im Kopfhörer wieder entpackt wird. LDAC arbeitet mit drei Stufen: rund 330, 660 oder 990 Kilobit pro Sekunde. Zum Vergleich: AAC, der Standard-Codec am iPhone, kommt mit einem Bruchteil davon aus.

Bei 990 kbit/s kann LDAC Audiodaten mit bis zu 24 Bit und 96 Kilohertz übertragen. Deshalb tragen LDAC-Kopfhörer oft das Logo „Hi-Res Audio Wireless“. Verlustfrei ist LDAC trotzdem nicht: Auch bei der höchsten Stufe wird komprimiert, nur deutlich weniger als bei anderen Codecs. Was Hi-Res bedeutet, erklärt der Ratgeber zu Hi-Res Audio.

Welche Smartphones LDAC unterstützen

LDAC ist seit Android 8 Bestandteil des Betriebssystems. Praktisch alle aktuellen Android-Smartphones von Google, Samsung, Xiaomi, OnePlus, Nothing, Motorola und Sony können den Codec daher ausgeben. Einschränkungen gibt es bei sehr günstigen Geräten und einzelnen Herstelleranpassungen.

Apple unterstützt LDAC weder am iPhone noch am iPad oder Mac. Ein LDAC-Kopfhörer funktioniert dort zwar, fällt aber automatisch auf AAC zurück. Unter Windows ist LDAC ebenfalls nicht ab Werk vorhanden. Wer am PC hochauflösend hören will, fährt mit Kabel oder USB-DAC besser.

Die Empfehlungen im Detail

Sony WH-1000XM6

Ideal für: Android-Nutzer, die einen Over-Ear für alles suchen

  • LDAC und Multipoint
  • Sehr starkes Noise Cancelling
  • Ausführlicher Equalizer in der Sony-App
  • Hoher Preis
  • Kein Wasserschutz

Wenn du LDAC wegen der Klangqualität suchst, ist der WH-1000XM6 die naheliegende Wahl: Sony hat den Codec entwickelt, App und Kopfhörer sind aufeinander abgestimmt. Dazu kommt eines der besten ANC-Systeme am Markt.

Sony WF-1000XM6

Ideal für: Pendler mit Android, die In-Ears bevorzugen

  • LDAC und LE Audio
  • Starkes ANC für In-Ears
  • Kabelloses Laden des Cases
  • Teuer
  • Volle LDAC-Datenrate kostet Akkulaufzeit

Sonys In-Ear-Flaggschiff bringt LDAC ins kompakte Format. Im Alltag zeigt sich, dass die hohe LDAC-Stufe in vollen Bahnhöfen schneller an Stabilität verliert, der adaptive Modus fängt das aber meist ab.

Soundcore Space One

Ideal für: Einsteiger, die LDAC und ANC günstig wollen

  • LDAC zum kleinen Preis
  • Wirksames Noise Cancelling
  • Lange Laufzeit
  • Klang weniger fein als bei Sony
  • Verarbeitung einfacher

Der Space One zeigt, dass LDAC kein Premium-Merkmal mehr ist. Ob du den Codec heraushörst, ist bei diesem Modell weniger wichtig als die solide Grundausstattung für wenig Geld.

Weitere Kopfhörer mit LDAC

Neben Sony setzen viele Hersteller auf LDAC. Dazu zählen die Soundcore-Liberty-Serie, Nothing Ear, Technics EAH-AZ100, Sony ULT Wear und mehrere Modelle von Xiaomi und Edifier. Ob ein Modell LDAC beherrscht, steht im Datenblatt unter „Codecs“ oder am Hi-Res-Wireless-Logo auf der Verpackung. Vor allem bei günstigen Modellen lohnt der Blick ins Datenblatt, weil Händler das Logo manchmal auch bei Geräten ohne LDAC zeigen.

Hörst du den Unterschied wirklich?

Ehrliche Antwort: manchmal. Mit Streaming in hoher Qualität, ruhiger Umgebung und einem gut klingenden Kopfhörer können geübte Hörer feine Unterschiede bei Räumlichkeit und Details wahrnehmen. In der Bahn, beim Sport oder mit Spotify in Standardqualität verschwindet der Vorteil fast vollständig.

Der Kopfhörer selbst, seine Abstimmung und die Passform haben mehr Einfluss auf den Klang als der Codec. Ein mittelmäßiger Kopfhörer wird mit LDAC nicht zum Spitzenmodell. Den direkten Vergleich zur Qualcomm-Konkurrenz findest du bei den aptX-Kopfhörern und im Duell LDAC oder aptX?.

Worauf du bei LDAC-Kopfhörern achten solltest

Die Qualitätsstufe selbst wählen

Android wählt die LDAC-Stufe meist automatisch („Best Effort“) und schaltet bei schwacher Verbindung herunter. In den Entwickleroptionen kannst du die Stufe festlegen. Viele Hersteller-Apps, etwa die Sony-App, bieten zusätzlich eine Einstellung „Klangqualität bevorzugen“ oder „Stabile Verbindung bevorzugen“.

Akku und Stabilität

Die hohe Datenrate kostet Energie und ist störanfälliger. Rechne bei 990 kbit/s mit etwas kürzerer Laufzeit und mehr Aussetzern, wenn das Smartphone in der Hosentasche steckt. Für unterwegs ist die adaptive Einstellung oft der bessere Kompromiss.

LDAC und Multipoint

Multipoint bedeutet, dass der Kopfhörer gleichzeitig mit zwei Geräten verbunden bleibt. Bei einigen Modellen schließen sich LDAC und Multipoint aus oder funktionieren nur mit Einschränkungen, weil die Bandbreite nicht für beides reicht. Prüfe das vorher, wenn du Smartphone und Laptop parallel nutzt. Welche Kopfhörer Multipoint gut beherrschen, steht bei den Multipoint-Kopfhörern.

Quelle und Streamingdienst

LDAC lohnt sich nur, wenn die Musik in hoher Qualität vorliegt. Dienste wie Apple Music, Amazon Music Unlimited, Tidal oder Qobuz bieten verlustfreie Dateien an, Spotify hat ebenfalls Lossless eingeführt. Bei Videos auf YouTube oder Podcasts bringt LDAC keinen Vorteil.

LDAC am Fernseher, PC und Player

Viele Android-TV- und Google-TV-Geräte basieren auf Android und können LDAC prinzipiell ausgeben. Ob das tatsächlich klappt, hängt vom Hersteller ab. Für Fernsehen ist die Datenrate aber zweitrangig, wichtiger ist eine geringe Verzögerung, damit Lippen und Ton zusammenpassen.

Am Windows-PC fehlt LDAC ab Werk. Es gibt USB-Bluetooth-Sender mit LDAC-Unterstützung, die sich wie eine externe Soundkarte anmelden. Das funktioniert, ist aber eine Bastellösung. Wer am Schreibtisch hochwertig hören will, ist mit einem kabelgebundenen Kopfhörer und einem USB-DAC meist besser bedient.

Digitale Audioplayer von Sony, FiiO oder Astell und Kern unterstützen LDAC häufig ebenfalls. Für Musikliebhaber, die ihre Sammlung lokal speichern, ist das eine Möglichkeit, verlustfreie Dateien ohne Streaming-Umweg kabellos zu hören.

Typische Missverständnisse rund um LDAC

„Hi-Res-Logo heißt automatisch bester Klang“

Das Hi-Res-Wireless-Logo besagt nur, dass der Kopfhörer Daten in hoher Auflösung über Bluetooth empfangen kann. Über Abstimmung, Treiberqualität und Noise Cancelling sagt es nichts. Ein günstiger LDAC-Kopfhörer kann dumpfer klingen als ein gut abgestimmtes Modell mit AAC.

„LDAC läuft immer mit 990 kbit/s“

In der Standardeinstellung wählt Android die Stufe dynamisch. In der Hosentasche, mit Körper zwischen Smartphone und Kopfhörer, landet LDAC häufig auf der mittleren oder unteren Stufe. Die untere Stufe bietet dann keinen echten Vorteil mehr gegenüber AAC.

„Mit LDAC klingt auch YouTube besser“

Der Codec kann nur übertragen, was in der Quelle steckt. Videos, Podcasts und viele Streams sind bereits stark komprimiert. Hier verbessert LDAC nichts, kostet aber trotzdem Akku.

Für wen sich LDAC-Kopfhörer lohnen

LDAC ist ein sinnvolles Extra, wenn du ein Android-Smartphone nutzt, Musik in verlustfreier Qualität streamst oder lokal speicherst und zu Hause oder im ruhigen Büro bewusst zuhörst. Dann lohnt es sich, gezielt nach einem Kopfhörer mit LDAC zu suchen und die höchste Stufe einzustellen.

Wenig bringt LDAC, wenn du ein iPhone nutzt, vor allem unterwegs hörst oder Podcasts und Hörbücher bevorzugst. In diesen Fällen sind Noise Cancelling, Passform, Mikrofon und Akkulaufzeit die wichtigeren Kriterien. Die Codec-Frage kannst du dann getrost hintanstellen.

LDAC, LE Audio und die Zukunft

Mit LE Audio kommt ein neuer Bluetooth-Standard mit dem Codec LC3, der effizienter arbeitet und Funktionen wie Auracast-Übertragungen ermöglicht. LC3 ersetzt LDAC aber nicht in Sachen Datenrate. Viele neue Kopfhörer bieten deshalb beides. Was LE Audio im Alltag bringt, erklärt die Seite zu LE-Audio- und Auracast-Kopfhörern. Den Gesamtüberblick über kabellose Modelle bekommst du bei den Bluetooth-Kopfhörern.

Tipp: Ob LDAC wirklich aktiv ist, siehst du unter Android in den Bluetooth-Einstellungen des verbundenen Kopfhörers oder in den Entwickleroptionen unter „Bluetooth-Audio-Codec“. Manche Hersteller-Apps zeigen den aktiven Codec auch direkt an.

Häufige Fragen

Funktioniert LDAC mit dem iPhone?

Nein. Apple unterstützt LDAC nicht. Ein LDAC-Kopfhörer verbindet sich trotzdem mit dem iPhone, nutzt dann aber den Codec AAC. Für iPhone-Nutzer ist LDAC daher kein Kaufargument.

Ist LDAC verlustfrei?

Nein. Auch bei der höchsten Stufe von 990 kbit/s wird komprimiert, allerdings deutlich weniger als bei SBC oder AAC. Echte verlustfreie Übertragung bieten derzeit nur Kabel und spezielle Lösungen wie aptX Lossless unter idealen Bedingungen.

Kostet LDAC mehr Akku?

Ja, die hohe Datenrate braucht mehr Energie im Smartphone und im Kopfhörer. Wie groß der Unterschied ist, hängt vom Modell ab. Wer die Laufzeit maximieren will, wählt die adaptive Einstellung oder AAC.

Ist LDAC besser als aptX?

LDAC bietet auf dem Papier die höhere Datenrate, aptX Adaptive und Lossless punkten mit Stabilität und geringer Latenz. Hörbar sind die Unterschiede nur unter guten Bedingungen. Entscheidend ist, welchen Codec dein Smartphone unterstützt.

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