kopfhorer.net

Soundcore Space One im Test

Aktualisiert: Oktober 2026Lesezeit: 8 Minuten

Werbehinweis: Links mit * führen zu Amazon. Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Unsere Bewertung beeinflusst das nicht. So bewerten wir.

Der Soundcore Space One ist im Test der Preistipp für alle, die wirksames Noise Cancelling wollen, ohne Oberklasse zu bezahlen. Er dämpft Bahn- und Flugzeuglärm erstaunlich gut, hält sehr lange durch und unterstützt LDAC und Multipoint. Wer Premium-Materialien, das stärkste ANC oder eine besonders kompakte Transportlösung erwartet, sollte zu teureren Modellen greifen.

Soundcore Space One

Ideal für: Pendler und Vielreisende mit begrenztem Budget

  • Wirksames adaptives ANC für die Preisklasse
  • Sehr lange Laufzeit
  • LDAC und Multipoint
  • Umfangreiche App mit Equalizer
  • Verarbeitung spürbar einfacher als bei Sony und Bose
  • Bass ab Werk etwas dick
  • Mikrofone im Wind nur mittelmäßig

Der Space One liefert einen großen Teil dessen, was Premium-ANC-Kopfhörer können, zu einem Bruchteil des Preises. Abstriche gibt es bei Materialien, Feinzeichnung und Telefonie, für die meisten Pendler sind sie verschmerzbar.

Was macht den Space One zum Preistipp?

In der Einsteigerklasse gibt es viele Kopfhörer mit ANC, aber nur wenige, bei denen die Geräuschunterdrückung wirklich spürbar ist. Der Space One gehört zu diesen Ausnahmen. Dazu kommen Funktionen, die man sonst eher aus der Oberklasse kennt: adaptives ANC, ein hochauflösender Bluetooth-Codec, Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig und eine App mit vielen Einstellungen.

Soundcore ist die Audiomarke von Anker. Der Hersteller hat sich mit günstigen, gut ausgestatteten Kopfhörern einen Namen gemacht und pflegt seine Modelle regelmäßig mit Firmware-Updates. Einen Überblick über das Sortiment findest du bei den Soundcore-Kopfhörern.

Design und Tragekomfort

Optisch gibt sich der Space One schlicht. Das Gehäuse besteht überwiegend aus Kunststoff, Bügel und Ohrpolster sind mit Kunstleder bezogen. Er wirkt solide, aber nicht so hochwertig wie Sony WH-1000XM6 oder Bose QuietComfort Ultra. Bei genauem Hinsehen fallen Spaltmaße und Materialanmutung auf, im Alltag stört das kaum.

Die Ohrpolster sind weich und ausreichend tief, sodass die Ohren nicht an den Treibern anliegen. Der Anpressdruck ist moderat, der Kopfhörer sitzt auch bei Kopfbewegungen stabil. Bei mehrstündigem Tragen werden die Ohren unter dem Kunstleder warm, was im Sommer auffällt. Das gilt allerdings für fast alle geschlossenen Over-Ears.

Ein Pluspunkt für Reisende: Die Ohrmuscheln lassen sich einklappen, der Kopfhörer wird dadurch kompakter. Im Lieferumfang ist eine Transporttasche enthalten. Ein festes Hardcase wie bei teureren Modellen gibt es nicht.

Klang: Warm und basskräftig, per App anpassbar

Ab Werk klingt der Space One warm mit betontem Bass. Für Pop, Hip-Hop und elektronische Musik macht das Spaß, bei akustischer Musik oder Jazz wirkt der Tiefton etwas zu präsent. Stimmen sind gut verständlich, die Höhen eher zurückhaltend, was lange Hörsessions angenehm macht.

In der Soundcore-App kannst du den Klang mit einem Equalizer anpassen oder das Profil HearID nutzen, das den Klang anhand eines kurzen Hörtests auf dein Gehör abstimmt. Wer den Bass etwas zurücknimmt, bekommt eine ausgewogenere Abstimmung. Die Feinzeichnung und Räumlichkeit der Oberklasse erreicht der Space One aber nicht.

Mit LDAC unterstützt der Space One einen Codec, der mehr Daten überträgt als AAC oder SBC. Das funktioniert mit vielen Android-Smartphones. iPhones beherrschen LDAC nicht und nutzen AAC. Was die Codecs in der Praxis bringen, erklärt unser Ratgeber LDAC oder aptX.

Noise Cancelling und Transparenzmodus

Das ANC ist die große Stärke. Gleichmäßige tiefe Geräusche wie Motorbrummen im Flugzeug, Rauschen in der Bahn oder Klimaanlagen dämpft der Space One sehr wirksam. Das adaptive ANC passt die Stärke automatisch an die Umgebung an, du kannst sie in der App aber auch manuell festlegen.

Gegen Stimmen, Tastaturklappern und plötzliche Geräusche ist die Wirkung schwächer. Hier liegen die Spitzenmodelle von Sony und Bose klar vorn. Im Großraumbüro merkst du den Unterschied am deutlichsten. Für Pendeln und Flüge ist das ANC dagegen mehr als ausreichend.

Der Transparenzmodus leitet Umgebungsgeräusche durch, damit du Durchsagen hörst oder kurz mit jemandem sprichst. Er klingt etwas künstlicher als bei teureren Modellen, erfüllt seinen Zweck aber zuverlässig.

Mikrofon und Telefonie

Für Telefonate und Videocalls im Homeoffice ist die Sprachqualität gut. In ruhiger Umgebung klingt deine Stimme klar und natürlich. Draußen bei Wind oder an einer lauten Straße wird sie spürbar dünner, und Hintergrundgeräusche dringen durch. Wer viel unterwegs telefoniert, ist mit Sony WH-1000XM6 oder Bose QuietComfort Ultra besser bedient.

Akku und Laden

Soundcore gibt bis zu 40 Stunden mit ANC und bis zu 55 Stunden ohne ANC an. Das ist mehr als bei den meisten Premium-Modellen und reicht für mehrere Arbeitswochen Pendeln. Geladen wird per USB-C, eine Schnellladefunktion liefert nach wenigen Minuten Energie für mehrere Stunden.

Ein 3,5-mm-Klinkenanschluss ist vorhanden. Damit nutzt du den Space One auch mit dem Bordunterhaltungssystem im Flugzeug.

App, Bedienung und Verbindung

Bedient wird der Space One über physische Tasten an den Ohrmuscheln. Das ist weniger elegant als Touch-Flächen, funktioniert aber zuverlässig und ohne Fehleingaben. Die Soundcore-App ist umfangreich: Equalizer, HearID, ANC-Stufen, Tastenbelegung und Firmware-Updates findest du dort. Die Vielzahl der Optionen wirkt anfangs etwas unübersichtlich.

Multipoint verbindet den Kopfhörer gleichzeitig mit Smartphone und Laptop. Ein Anruf auf dem Handy unterbricht so automatisch die Musik vom Rechner.

Technische Daten

MerkmalSoundcore Space One
BauformOver-Ear, geschlossen, einklappbar
GeräuschunterdrückungAdaptives ANC und Transparenzmodus
Akku (Herstellerangabe)Bis zu 40 h mit ANC, bis zu 55 h ohne ANC
LadenUSB-C, Schnellladen
CodecsSBC, AAC, LDAC
MultipointJa
Kabelbetrieb3,5-mm-Klinke
AppSoundcore-App mit Equalizer und HearID

Im Alltag: Wo der Space One überzeugt und wo nicht

Am deutlichsten zeigt der Space One seine Stärken auf dem täglichen Arbeitsweg. In S-Bahn und Regionalzug verschwindet das Rollgeräusch weitgehend, Podcasts verstehst du schon bei niedriger Lautstärke. Das schont das Gehör, weil du nicht gegen den Lärm andrehen musst. Auf Flügen wirkt das ANC ähnlich gut, und die lange Laufzeit reicht auch für Langstrecke mit Umstieg.

Im Homeoffice punktet er mit Multipoint: Musik vom Laptop, Anruf vom Handy, ohne neu zu koppeln. Für Videokonferenzen in ruhiger Umgebung genügt das Mikrofon. Im Café oder an der Straße wirst du dagegen häufiger um Wiederholung gebeten.

Schwächer ist der Space One im Großraumbüro mit vielen Gesprächen. Stimmen bleiben hörbar, dort spielen Sony und Bose ihren Vorsprung aus. Auch beim Sport ist ein Over-Ear generell keine gute Wahl: Er wird warm, rutscht bei schnellen Bewegungen und die Polster saugen Schweiß auf. Für Training sind In-Ears mit festem Sitz sinnvoller.

Tipp: Nimm dir nach dem Kauf fünf Minuten für die App. Den Bass leicht reduzieren, HearID durchlaufen und die ANC-Stufe für deine Pendelstrecke festlegen bringt beim Space One mehr als bei vielen teureren Modellen, deren Abstimmung ab Werk neutraler ist.

Alternativen zum Space One

Wenn du etwas mehr ausgeben kannst oder In-Ears bevorzugst, lohnt der Blick auf diese Modelle. Alle Kategoriesieger findest du im Kopfhörer-Test 2026.

Bowers & Wilkins Px7 S3

Ideal für: Klangbewusste Pendler mit höherem Budget

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Detailreicher Klang
  • Gutes ANC
  • Deutlich teurer
  • Weniger Laufzeit als der Space One

Wer Wert auf Material und Klangqualität legt, bekommt mit dem Px7 S3 ein echtes Premium-Gefühl. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis liegt der Space One vorn.

Soundcore Liberty 4 Pro

Ideal für: Günstiges ANC im In-Ear-Format

  • Kompakt
  • Starkes ANC für die Preisklasse
  • Umfangreiche App
  • Kürzere Laufzeit als Over-Ears
  • Für Brillenträger kein Vorteil beim Komfort

Wenn dir ein Over-Ear zu groß ist, bleibst du mit den Liberty 4 Pro in der Soundcore-Welt und bei einem fairen Preis.

Technics EAH-AZ100

Ideal für: In-Ears mit Fokus auf Klang

  • Sehr guter Klang
  • Multipoint mit mehreren Geräten
  • LDAC
  • Spürbar teurer
  • ANC nicht auf Niveau der Spitzen-Over-Ears

Für Hörer, die bei In-Ears vor allem auf Klang achten, sind die Technics eine starke, aber teurere Alternative.

Mehr Details in den Einzeltests: Bowers & Wilkins Px7 S3 im Test, Soundcore Liberty 4 Pro im Test und Technics EAH-AZ100 im Test. Weitere Modelle in dieser Preisklasse vergleichen wir bei den günstigen Kopfhörern.

Fazit: Für wen lohnt sich der Soundcore Space One?

Der Space One ist der richtige Kauf, wenn du wirksames ANC für Bahn, Bus und Flugzeug suchst und dein Budget begrenzt ist. Laufzeit, Ausstattung und App sind besser, als der Preis vermuten lässt. Mit LDAC und Multipoint fehlt kaum etwas, was du im Alltag brauchst.

Nicht passend ist er für alle, die hochwertige Materialien, das stärkste ANC gegen Stimmen oder erstklassige Mikrofone für viele Calls unterwegs erwarten. In diesen Punkten lohnt der Aufpreis für Sony, Bose oder Sennheiser. Als Einstieg in die ANC-Welt gibt es aber kaum eine vernünftigere Wahl.

Häufige Fragen

Ist das Noise Cancelling des Soundcore Space One gut?

Für die Preisklasse ist es sehr gut. Tiefe, gleichmäßige Geräusche wie in Bahn und Flugzeug dämpft es wirksam. Gegen Stimmen und plötzliche Geräusche sind teurere Modelle von Sony und Bose spürbar stärker.

Funktioniert LDAC beim Space One mit dem iPhone?

Nein, iPhones unterstützen LDAC nicht und verbinden sich per AAC. Das klingt gut, nutzt aber nicht die höhere Datenrate. LDAC steht nur mit kompatiblen Android-Smartphones zur Verfügung.

Wie lange hält der Akku des Soundcore Space One?

Laut Hersteller bis zu 40 Stunden mit aktivem ANC und bis zu 55 Stunden ohne. Je nach Lautstärke und Codec kann die tatsächliche Laufzeit darunter liegen. LDAC verbraucht in der Regel mehr Energie als AAC.

Kann man den Space One im Flugzeug per Kabel nutzen?

Ja, er hat einen 3,5-mm-Klinkenanschluss für ein Audiokabel. Damit schließt du ihn an das Bordunterhaltungssystem an, eventuell mit einem Flugzeugadapter. Auf langen Flügen ist das praktisch, weil viele Bordsysteme kein Bluetooth bieten.

Weiterlesen