Offene Kopfhörer
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Offene Kopfhörer klingen luftiger und natürlicher als geschlossene, weil die Rückseite der Muschel Schall durchlässt. Dafür hört deine Umgebung mit, und Lärm von außen kommt ungehindert durch. Für den Einstieg empfehlen wir den Sennheiser HD 560S, als langlebige Referenz den Sennheiser HD 600 und für kleines Budget den Beyerdynamic DT 990 Pro. Offene Kopfhörer sind fast immer für zu Hause gedacht, nicht für Bahn oder Büro.
Unsere Empfehlungen im Überblick
| Modell | Ideal für | Stärken | Angebot |
|---|---|---|---|
| Sennheiser HD 560S | Einstieg in offene Kopfhörer | Neutral, leicht, läuft ohne Verstärker | Bei Amazon ansehen |
| Sennheiser HD 600 | Langfristige Referenz | Natürliche Mitten, voll reparierbar | Bei Amazon ansehen |
| Beyerdynamic DT 990 Pro | Kleines Budget, große Bühne | Robust, bequem, weite Räumlichkeit | Bei Amazon ansehen |
| Hifiman Edition XS | Planar-Klang mit viel Raum | Sehr luftig, detailreich | Bei Amazon ansehen |
| Koss Porta Pro | Offen und mobil | Leicht, faltbar, warmer Klang | Bei Amazon ansehen |
Die Empfehlungen im Detail
Sennheiser HD 560S
Ideal für: alle, die zum ersten Mal einen offenen Kopfhörer kaufen
- Neutrale Abstimmung mit gutem Raumgefühl
- Auch an Laptop und Audio-Interface laut genug
- Leicht und bequem
- Kunststoffgehäuse wirkt einfach
- Tiefbass weniger druckvoll als bei geschlossenen Modellen
Der HD 560S zeigt sehr gut, was offene Kopfhörer ausmacht, ohne einen Verstärker zu verlangen. Auch fürs Gaming ist er beliebt, weil sich Schritte und Richtungen gut orten lassen.
Sennheiser HD 600
Ideal für: Musikliebhaber, die einen Kopfhörer für viele Jahre suchen
- Sehr natürliche, ausgewogene Mitten
- Leicht
- Alle Teile einzeln als Ersatz erhältlich
- Braucht eine kräftige Quelle
- Anfangs recht straffer Anpressdruck
Der HD 600 wird seit Jahrzehnten gebaut und gilt bei vielen als Referenz für natürlichen Klang. Wer ihn mit einem guten Verstärker kombiniert, hat lange Ruhe.
Beyerdynamic DT 990 Pro
Ideal für: Sparfüchse, die viel Räumlichkeit wollen
- Weite, luftige Bühne
- Weiche Velourpolster
- Robust und reparierbar
- Höhen deutlich betont
- Fest verbautes Kabel
Der DT 990 Pro ist das offene Gegenstück zum DT 770 Pro. Seine helle Abstimmung bringt Details nach vorn, kann bei empfindlichen Ohren aber spitz wirken.
Koss Porta Pro
Ideal für: alle, die offenen Klang auch unterwegs mögen
- Sehr leicht und faltbar
- Warmer, angenehmer Klang
- Kultdesign mit Kabel
- Dämmt praktisch nichts
- Bügel-Mechanik nicht jedermanns Sache
Der Porta Pro ist ein offener On-Ear, der seit den Achtzigern gebaut wird. Er ist eher Spaß-Kopfhörer als Referenz, zeigt aber, dass offen nicht zwingend groß und schwer bedeuten muss.
Was bedeutet offen bei Kopfhörern?
Ein Kopfhörer-Treiber strahlt Schall nicht nur nach vorn ins Ohr ab, sondern auch nach hinten in die Muschel. Bei einem geschlossenen Kopfhörer bleibt dieser rückwärtige Schall im Gehäuse eingeschlossen und muss gedämpft werden. Bei einem offenen Kopfhörer, englisch Open-Back, ist die Rückseite mit einem Gitter oder Stoff versehen. Der Schall kann frei entweichen.
Das hat zwei hörbare Folgen. Erstens entstehen weniger Reflexionen im Gehäuse, der Klang wirkt dadurch offener und weniger „im Kopf“. Zweitens funktioniert das Ganze in beide Richtungen: Musik dringt nach außen, und Geräusche von außen dringen nach innen. Ein offener Kopfhörer ist also immer ein Kompromiss zugunsten des Klangs und zulasten der Abschirmung.
Daneben gibt es halboffene Kopfhörer, bei denen die Rückseite teilweise geöffnet ist. Sie liegen bei Klang und Dämmung irgendwo dazwischen. Die meisten Hersteller verwenden den Begriff aber nicht einheitlich, ein Blick auf Gitter und Beschreibung hilft weiter.
Wie klingen offene Kopfhörer anders?
Der größte Unterschied ist die Räumlichkeit, oft Bühne oder Soundstage genannt. Bei geschlossenen Kopfhörern scheinen Instrumente eher zwischen den Ohren zu spielen. Bei offenen Modellen wirkt das Klangbild breiter und weiter vom Kopf entfernt. Bei einer Live-Aufnahme klingt der Saal glaubwürdiger, bei Orchestermusik lassen sich einzelne Instrumentengruppen leichter verorten. Wie das zustande kommt, erklären wir unter Soundstage und Ortung.
Beim Bass haben offene Kopfhörer es schwerer. Weil keine geschlossene Luftkammer den Tiefton stützt, fällt der Tiefbass bei vielen Modellen etwas ab. Das heißt nicht, dass sie basslos sind. Der Bass ist aber meist schlanker und präziser statt wuchtig. Wer vor allem Hip-Hop oder elektronische Musik mit viel Druck hört, wird bei einem geschlossenen Modell eher fündig.
Viele Hörer empfinden offene Kopfhörer außerdem als weniger ermüdend. Es staut sich weniger Druck und Wärme an den Ohren, und das Gefühl von Abgeschlossenheit fehlt. Bei stundenlangem Hören oder beim Mischen von Musik ist das ein echter Vorteil.
Wo offene Kopfhörer an ihre Grenzen stoßen
So gut sie klingen: Offene Kopfhörer sind Spezialisten für ruhige Räume. Diese Situationen sind ungeeignet:
- Bahn, Bus und Flugzeug: Fahrgeräusche überdecken leise Passagen, und deine Sitznachbarn hören mit. Hier sind Noise-Cancelling-Kopfhörer die bessere Wahl.
- Großraumbüro: Kollegen hören deine Musik als Zischeln, und Gespräche dringen ungehindert an dein Ohr.
- Gemeinsames Wohnzimmer oder Schlafzimmer: Wenn jemand neben dir liest oder schläft, ist schon mittlere Lautstärke störend.
- Aufnahmen mit Mikrofon: Der Schall aus dem Kopfhörer landet auf der Aufnahme.
Für all diese Fälle passen Geschlossene Kopfhörer besser. Viele Nutzer haben deshalb beides: einen offenen Kopfhörer für den Sessel zu Hause und einen geschlossenen für unterwegs. Den direkten Vergleich der beiden Bauformen findest du unter Offene oder geschlossene Kopfhörer?.
Over-Ear, On-Ear oder In-Ear: Gibt es offene Varianten?
Die meisten offenen Kopfhörer sind große Over-Ears, weil das Ohr dort vollständig in der Muschel liegt und der Treiber frei atmen kann. Allgemeines zu dieser Bauform findest du auf unserer Seite zu Over-Ear-Kopfhörer.
Es gibt aber auch offene On-Ears wie den Koss Porta Pro. Sie liegen auf der Ohrmuschel auf und sind kleiner und leichter, isolieren aber ebenso wenig. Mehr zu dieser Bauform steht unter On-Ear-Kopfhörer. Bei In-Ears ist „offen“ seltener: Sogenannte Open-Ear- oder Halb-In-Ear-Modelle verschließen den Gehörgang nicht, sind aber technisch etwas anderes als offene Over-Ears.
Wer einen offenen Kopfhörer mit auf Reisen nehmen will, sollte auf faltbare Modelle achten. Große offene Over-Ears lassen sich meist nicht zusammenklappen. Welche Modelle wenig Platz im Gepäck brauchen, zeigt unsere Übersicht der Faltbare Kopfhörer.
Brauchen offene Kopfhörer einen Verstärker?
Das hängt vom Modell ab, nicht von der offenen Bauweise an sich. Viele offene Kopfhörer stammen aus der HiFi- und Studiowelt und haben eine höhere Impedanz. Der HD 560S kommt an Laptop und Audio-Interface gut zurecht. Der HD 600 und der DT 990 Pro in der 250-Ohm-Version werden an einem Smartphone zwar hörbar, wirken aber oft leise und flach.
Für den Einstieg reicht meist ein kompakter USB-DAC mit kräftigem Kopfhörerausgang. Er ersetzt den oft rauschenden Onboard-Ausgang des Computers. Wer mehr wissen will, findet Hintergründe unter Impedanz bei Kopfhörern und Kopfhörerverstärker.
Offene Kopfhörer zum Gaming
Bei Computerspielen haben offene Kopfhörer einen interessanten Vorteil: Durch die weitere Bühne lassen sich Richtungen oft leichter einschätzen. Schritte hinter dir oder Schüsse aus einer bestimmten Ecke wirken räumlicher. Deshalb nutzen viele PC-Spieler einen offenen Kopfhörer mit separatem Mikrofon statt eines klassischen Headsets.
Voraussetzung ist ein ruhiger Raum, in dem niemand gestört wird. Zudem fängt ein Ansteckmikrofon in der Nähe eines offenen Kopfhörers manchmal das Spiel mit auf. Ein Mikrofon mit Nierencharakteristik, das nur von vorn aufnimmt, löst das meist.
Tipp: Halte einen offenen Kopfhörer bei mittlerer Lautstärke einen halben Meter von dir weg. So hörst du ungefähr, was dein Gegenüber am Sofa später von deiner Musik mitbekommt.
Häufige Fragen
Hört man offene Kopfhörer von außen?
Ja, deutlich. Schon bei mittlerer Lautstärke hören Menschen in der Nähe deine Musik als leises Zischeln oder Klingeln. In ruhigen Räumen mit anderen Menschen sind offene Kopfhörer deshalb unpraktisch.
Klingen offene Kopfhörer besser als geschlossene?
Sie klingen meist räumlicher und natürlicher, haben aber oft weniger Tiefbass. Ob das besser ist, hängt von deinem Geschmack und deiner Musik ab. Für Klassik, Jazz und akustische Musik sind offene Modelle oft im Vorteil.
Kann ich offene Kopfhörer draußen benutzen?
Technisch ja, sinnvoll ist es selten. Verkehrslärm überdeckt leise Passagen, und Menschen in der Nähe hören mit. Für unterwegs sind geschlossene oder Noise-Cancelling-Kopfhörer besser geeignet.
Gibt es offene Kopfhörer mit Bluetooth?
Es gibt einige wenige, sie bleiben aber eine Nische. Die meisten offenen Kopfhörer sind Kabelmodelle, weil sie für ruhige Räume zu Hause gedacht sind, wo Mobilität keine große Rolle spielt.
Sind offene Kopfhörer gut zum Zocken?
Viele Spieler schätzen sie, weil Richtungen räumlicher wirken. Du brauchst aber ein separates Mikrofon und einen ruhigen Raum, in dem niemand von der Geräuschkulisse gestört wird.